"Einen Kranken gesund machen heisst, alle Krankheitsstoffe in seinem Körper auflösen und ausleiten und seine Natur von allen schädlichen und Verderben bringenden Stoffen zu befreien." Sebastian Kneipp
Hippokrates (460 bis 377 v. Chr.) kannte keine unterschiedlichen Erkrankungen, sondern sah alle Krankheiten im heutigen Sinn nur als Ausdruck der "einer grosser Krankheit", nämlich dem falschen Denken und der fehlerhaften Säftemischung.
Krankheiten kommen nicht von aussen, sondern durch Überfüllung, die durch ausleerende Methoden beseitigt werden kann. Nahezu alle Theorien der Antike und des Mittelalters basieren auf einer Säftelehre; man spricht von Humoralmedizin. (lat. Humor = Flüssigkeit, Saft).
Zu Zeiten von Hippokrates wurden vier Körpersäfte unteschieden. Hippokrates ordnete erstmals den vier Elementen die vier Körpersäfte und diesen Organe, in denen sie gebildet werden zu:
- der Luft das Blut aus dem Herzen
- dem Wasser den Schleim aus dem Gehirn
- dem Feuer die gelbe Galle aus der Leber
- der Erde die schwarze Galle aus der Milz.
Die Körpersäfte terminieren auch die Körperkonstitution und werden durch die zugeführe Nahrung gebildet. Nach Hippokrates gilt: "Bei äusserlich angewendeten Reizmitteln richtet sich das Körperinnere nach dem Äusseren. Alle äusseren Absonderungen sind ein Heilmittel gegen andere innere Krankheiten. Körperreinigung (Organreinigung) bedeutet eine Anregung der Nieren- und Darmtätigkeit sowie eine Entgiftung durch Aktivierung der Leberfunktion.
Was geschieht bei einer modernen Blutuntersuchung? Das Labor untesucht das Blut auf seinen Gehalt an Cholesterin, Harnsäure und Zucker, stellt die Leberwerte fest und der Doktor hebt den Zeigefinger, wenn an diesen Werten etwas nicht stimmt. Er verschreibt Mittel, die einen Überschuss betimmter Stoffe ausleitet oder solche, die einen Mangel ausgleichen, damit die "Körpersäfte" wieder ihr Gleichgewicht finden.
Warum soll ein solcher Ausgleich der Körpersäfte nicht auch durch traditionelle Körperreinigung erreicht werden können? Sind denn Nierensteine, Harnsäureablagerungen in Gelenken, Cholerstein- und Kalkablagerungen in den Arterien, Altersflecken auf der Haut und andere Unfreundlichkeiten etwas anderes als Stoffe, mit denen der Körper nichts anzufangen weisst und die er dann irgendwo ablagert?
Die Belastung durch Gifte ist ein grosses Problem unserer Ära geworden. Hochwirksame Chemikalien bedrohen unsere Gesundheit, dazu kommt Luft- und Wasserverschmutzung, Strahlung und atomarer Abfall. Wir nehmen immer mehr neue Chemikalien zu uns, immer mehr Drogen, essen immer mehr Speisen mit Zucker und anderen verfeinerten Bestandteilen und schaden uns täglich selbst mit allen möglichen Stimulanzien oder auch Beruhigungs- Schlafmitteln. Krebs und Erkrankungen der Herzgefässe nehmen ständig zu. Ebenso Arthritis, Diabetes, Allergien, Übergewicht und Hautleiden.
Vergiftung passiert auf zwei körperlichen Ebenen - äusserlich und innerlich. Wir können Gifte aus der Umwelt aufnehmen, indem wir sie einatmen oder sonst in direktem Kontakt mit ihnen geraten. Die meisten Drogen, Nahrungsmittelzusätze und Allergenen können giftige Elemente bilden. Jede Substanz kann giftig wirken, wenn sie in sehr grossen Mengen vorhanden ist oder konsumiert wird. Zudem, im Zusammenhang mit den alltäglichen Funktionen produziert unser Körper auch Toxine.
Wenn unser Organismus mit seinen Immun- und Ausscheidungsfunktionen reibungslos funktioniert, kann er mit der täglichen Dosis Schadstoffe, die er abbekommt, allein fertig werden. Der Körper beseitigt die Gift- und Schadstoffe, indem er sie neutralisiert, transformiert oder eliminiert.
Wer soll entgiften?
Wir alle müssen von Zeit zu Zeit entgiften, und dem Körper Ruhe gönnen. Unser individueller Lebensstil gibt Hinweise darauf, welche Massnahmen zur Entgiftung zu ergreifen sind. Zeigen sie Symptome oder Erkrankungen als Folge von Vergiftung und Verstopfung, dann profitiert man auf jeden Fall von einer Entgiftungsbehandlung. Diese ist für den Körper und vor allem den Verdaungstrakt eine Art Urlaub.
Verbreitete Symptome für Vergiftungen im Körper sind Kopfweh, Müdigkeit, Verstopfung, Rückenschmerzen, schmerzende oder geschwollene Gelenke, Verdauungsprobleme, "Allergie" - Symptome und Empfindlichkeit gegen Umweltstoffe wie Chemikalien, Parfüm und Synthetikmaterialien.
Entgiftung ist der Vorgang, mit dem Toxine, also Gift- und Schadstoffe, aus dem Körper entfernt oder neutralisiert oder umgewandelt werden. In der Folge davon werden auch Schleim und Verstopfung bekämpft.
Mit hilfe von einfachsten Methoden werde ich Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Körper reinigen, vitaler machen können.
Mit meiner Hilfe werden Sie imstande sein Ihr Darm, Blut, Ihre Gelenke, und zum Schluss die Leber gründlich reinigen können. Alles mit sehr einfachen Mitteln ohne Medikamente u.ä.
Baunscheidtieren
Nach Hippokrates gilt: "Bei äusserlich angewendeten Reizmitteln richtet sich das Körperinnere nach dem Äusseren. Alle äusseren Absonderungen sind ein Heilmittel gegen andere innere Krankheiten.
Der Deutsche Feinmechaniker und Naturwissenschaftler Carl Baunscheidt (1809 - 1872) litt an Rhizarthrose. Im Bereich der Daumensattelgelenke wurde er mal von mehreren Mücken gestochen. Es kam zu einer erheblichen Hyperämisierung mit Juckreiz. In der Folge waren die arthristischen Beschwerden dauerhaft beseitigt. Aus diesem Erlebnis heraus konstruirte Baunscheidt ein spezielles Nadelinstrument, den Lebenswecker, und entwickelte eine hautreizende Ölmischung.
Auf die gestichelten Hautbezirke wird die Ölmischung eingerieben, wodurch eine papulo - pustulöse Hautreaktion entsteht. Es steht nicht so sehr die Frage im Vordergrund, welchen Namen eine Erkrankung hat. Vielmehr ist von Bedeutung, dass jede Art von innerem Leiden ein Zeichen ist, dass unerwünschte Stoffe aus dem Organismus ausgeleitet werden müssen.
Blutegeltherapie
(Hirudo medicinalis Therapie)
Blutegel - ektoparasitärer, an Mensch u. Tier blutsaugender Ringelwurm. Verbreitung: Europa - im Süsswasser, zeitweise in feuchter Erde. Zu therapeutischen Zwecken werden nur Zuchtegel, aus renomierten Zuchtfarm verwendet.
Das Ansetzen vom Hirudo m. soll entstauend, krampflösend und blutreinigend wirken.
Verwändung: früher als Äquivalent zum Aderlass; heute v. a. als Teil der ab- oder ausleitenden Therapie bei umschriebenen Erkrankungen mir der Symptomatik von Fülle im Bereich der Körperoberfläche, seltener auch zur reflektorischen Einflussnahme bei chronischen Entzündungen innerer Organsysteme.
Typische Indikationen sind:
- Thrombose - Thromboephlibitis - postthrombotisches Syndrom - degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparats (besonders weichteilrheumatische Erkrankungen u. Arthrosen)
Bei einer Blutmahlzeit werden ca. 10 ml Blut aufgenommen, die Wunde blutet durch das im Speichel enthaltende Hirudin ca. 2 - 20 Std. nach, wobei weitere 40 ml Blut ausgeleitet werden können.
Das Schröpfen
Auszüge aus dem Buch "Ausleitende Verfahren" v. Rainer Matejka
"Aus der ursprünglichen Instinktbehandlung des Saugens, etwa bei Wunden, Schlangenbissen etc., entwickelte sich das Schröpfen in der Medizin aller primitiven bzw. alten Kulturvölker. Selbst in ältesten Abbildungen medizinischer Instrumente werden Schröpfköpfe ursprünglich aus abgesägten Kuhhörnern, später aus Metall, und erst viel später aus Glas dargestellt. Insofern gehörte das Schröpfen zu den zentralen therapeutsichen Verfahren in der Medizinhistorie. Schon Hipokrates empfahl das Schröpfen bei einer Fülle von akuten und chronischen Beschwerden, z. B. Kopfschmerzen, Angina oder Pneumonien, oft in Kombination mit anderen ausleitenden Verfahren, z. B. dem Aderlass. Auch im Zusammenhang mit Schwindelzuständen, mit dem sich gerade die heutige Medizin ausserordentlich schwer tut, lobte Hipokrates das Schröpfen. Im 16. Jahrhundert beschrieb der Italiener Oratio Augenius in seinem Werk "De ratione curandi per sanguini missionem" als Ziele des Schröpfens: Entleerung, Revulsion, Schmerzlinderung, Alteration (Umstimmung), Attraktion von Säften zu Körperoberfläche, Beseitigung einer Lageanomalie (z. B. Vorfall des Uterus), Überleitung der Krankheitsstoffe von einem edlen Organ auf ein nicht so edles, Überleitung einer Schwellung vom inneren des Körpers gegen die Oberfläche.... Im 20. Jahrhundert mit seinem solidarpathologisch geprägten Weltbild ging das Verständnis für das Schröpfen vollkommen verloren, so dass es aus der etablierten klinischen und auch ambulanten Medizin praktisch vollständig verschwunden ist. Lediglich in östlichen, z. T. auch südlichen Ländern Europas ist zumindest das Trockenschröpfen noch verbreitet und wird teils von Ärzten, teils aber auch in der Volksmedizin eingesetzt. Im deutsprachigen Raum wurde das Schröpfen erst in den letzten 2-3 Jahrzenten von einigen naturheilkundlich ausgerichteten Ärzten bzw. Heilpraktikern wiederentdeckt. Vor allem bei den verbreiteten, oft seelisch mitgeprägten Zivilisationserkrankungen zeigt sich das Schröpfen als eine wertvolle, zumindest begleitende Therapie, die bei richtiger Durchführung nicht nur gefahrlos ist, sondern kausal in die pathophysiologische Störung eingreift."
Ich bitte in meiner Praxis hauptsächlich Trockenes Schröpfen, sowie Schröpfmassagen.
Trockenes Schröpfen
"Als Hauptwirkeffekte des trockenen Schröpfen gelten eine Durchblutungs- und Lymphanregung mit hyperämisierenden Effekten, dazu eine teflektorische Stoffwechselsteigerung und Verbesserung der Sauerstoffversorgung in den abhängigen Organen. Darüber hinaus wird eine unspezifische Aktivierung des Immunsystems sowie eine Anregung resorptiver Vorgänge im Hautbereich diskutiert.
Die Wirkweise des trockenen Schröpfens kann folgend zusammengefasst werden:
- forcierte Hyperämie von Haut, Unterhaut und Bindegewebe - Auflösung von lokalen Kongestionen - Aktivierung der Stoffwechseltätigkeit und Verbessrung der Sauerstoffversorgung - unspezifische Immunanregung - vegetativer Ausgleich - allgemein tonisierender, energiezuführender Effekt.
Indikationen
- akute und chronische Bronchialeffekte - funktionelle Herzerkrankungen - Hypotonie und ständige Müdigkeit - allgemeine Mangeldurchblutung - Oberbauchbeschwerden mit allgemeiner "Drüsenschwäche" - Obstipation - funktionelle und organische Darm- und Urogenitalbeschwerden - Energiemangelzustände und Appetitlosigkeit als Ausdruck einer Leberschwäche - Enteroptose (Eingeweidesenkung) - Coxalgie - Osteoporoseschmerzen - diffuse oder umschriebene Wirbelsäulen - Beschwerden, auch polytope Insertionstendopathie - HWS - Syndrom - Schwächezustände aller Art, insbesondere bei Asthenie
Die Saugglockenmassage
Besonders geeignete Indikationen für diese Form des trockenen Schröpfens sind: Restbeschwerden nach Pleuritis (Lungenentzündung), Oberbauchbeschwerden, Ulcus ventriculi oder duodeni. Nach Aufbringen von Massageöl wird ein Schröpfkopf über insgesamt 2 Minuten aufgebracht und entlang der Wirbelsäule hin- und herbewegt.
Die petechiale Saugmassage ist eine Fortentwicklung der Saugglockenmassage. Das Verfahren eignet sich sehr gut als Diagnostikum. Bei erhöhter Kapillarpermeabilität als Ausdruck lokaler zirkulatorischer Defizite treten punktförmige Blutungen aus, wohingegen gesundes Gewebe unauffällig bleibt.
Blutiges Schröpfen
Die Wirkung dieses Verfahrens lässt sich so beschreiben: als würde man aus einem Autobahnstau 2/3 aller Verkehrsteilnehmer mittels Hubschrauber schlagartig entfernen und gleichzeitig die Unfallstelle räumen.
Die Wirkweise des blutigen Schröpfens: - Verbesserung der lokalen Blutmikrozirkulation und Lymphrheologie mit Entfernung lokaler Blutkolisionen - Hämatokritsenkung - allgemein detonisierender Effekt - detonisierende Wirkung auf die glatte Muskulatur - gezielt detonisierende Wirkung auf einzelne Organe (z. B. bei kolikartigen Zuständen) - Ödemdrainage - Beseitigung lokaler Azidosen - Reduktion von Schmerzmediatoren - Stoffwechselaktivierung im Segment und dazugehörigen Organ.
Indikation: - akute und chronische HNO - Erkrankungen - Stauungen im Lungenbereich, z. B. Asthma bronchiale, Pneumonie - asthmoide Bronchitis - essentielle Hypertonie - Durchblutungsstörungen der uneren Extremitäten - akute und chronische Magen- und Pankreaserkrankungen - akute und chronische Obstipation - Gallenwegsdyskinesien und -koliken - nephrogene Erkrankungen - Pelveopathie und andere Störungen im Bereich des kleinen Beckens - Dysmenorrhoe - hormonelle Dysbalancen, z. B. im Klimakterium - Migräne und Neuralgien - Ischialgie - Lumbalgie - Schmerz- und Druckzustände im Kopfbereich, insbesondere sogenennte Kongestionen, also Zirkulationsstörungen auf der Basis eines erhöhten Hämatokritwerts - depresive Verstimmungszustände
|