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Phytotherapie PDF Print E-mail
Written by Marta   
Monday, 11 January 2010 20:52

"Phytotherapie heisst Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindungsstörungen durch Pflanzen, Pflanzenteilen und deren Zubereitungen. Phytopharmaka bilden als Mehr- und Vielstoffgemische eine wirksame Einheit und müssen die Anforderungen des Arzneimittelgesetzes hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit erfüllen. Sie besitzen ein breites therapeutisches und pharmakologisches Wirkprofil, haben meist weniger Nebenwirkungen als synthetisch hergestellte Arzneimittel."

Pshyrembel "Wörterbuch der Naturheilkunde"


Nachdem der Gebrauch von Heilpflanzen beinahe zwei Jahrhunderte lang ständig zurückgegangen war, geschah plötzlich etwas Unerwartetes:Kräuterarzneien, die in dern Entwicklungsländern schon immer die wichtigste Form der medizinischen Behandlung gewesen waren, erfreuten sich plötzlich auch in den Industrienationen wieder zunehmender Popularität. Der Grund war, dass viele Menschen, die unter chronischem Stress und einer fortschreitenden Umweltverschmutzung litten, versuchten, ihre Gesundheit dadurch zu erhalten, dass sie Arzneien anwendeten, die im Einklang mit den körpereigenen Abwehrkräften arbeiteten. Statistiken belegen, dass immer mehr Menschen in Europa, Nordamerika und Ozeanien erfahrene Pflanzenheilkundler aufsuchen, um sich Kräuter verschreiben zu lassen, die schon ihre Grosseltern und Urgrosseltern verwendet haben.

Wegen ihrer schmerzlindernden und heilenden Fähigkeiten werden Kräuter schon seit Urzeiten hoch geschätzt, und auch heute noch verlassen wir uns bei etwa drei viertel unserer Arzneimittel auf die therapeutische Wirksamkeit von Pflanzen.


Vorteile der Kräutermedizin:

Ungeachtet der gewaltigen Fortschritte in der Schulmedizin hat aber auch die Pflanzenheilkunde einiges zu bieten. Wir vergessen oft, dass die Menschheit in der Vergangenheit bei der Behandlung von Krankheiten aller Art fast völlig von Pflanzen abhängig waren, angefangen bei einfachen Erkältungen bis hin zu lebensgefährlichen Erkrankungen wie Tuberkulose oder Malaria. Heute gewinnen Pflanzenarzneien wieder an Bedeutung, weil die Wirksamkeit konventioneller Medikamente, etwa Antibiotika, die einst als nahezu universelle Waffe gegen gefährliche Infektionen eingesetzt werden konnten, zurückgeht. Der Grund dafür ist, dass viele infektiöse Krankheitserreger im Laufe der Jahre gegen viele synthetische Medikamente resistent geworden sind. Und so wird heute in einigen Teilen der Erde wieder die Artemisin enthalende Qing - hao Pflanhe (Artemisia annua) verwendet, um Malaria zu bekämpgen, weil der Krankheitserreger auf eine konventionelle Behandlung nicht mehr ansprechen.

Manchmal kann die Kräutermedizin die Schulmedizin auber auch ergänzen, da sie verlässliche und gut verträgliche Mittel
gegen chronische Krankheiten wie Asthma, Arthritis und Reizkolon hat. Ausserdem sorgt die Angst vor Nebenwirkungen bei einer herkömmlichen Behandling für eine Suche nach sanfteren Therapiemethoden, denn immerhin sind schätzungsweise ein Fünftel der Krankenhausaufenthalte in den Industrienationen auf Nebenwirkungen einer konventionellen ärztlichen behandlung zurückzuführen.

Die richtige Verwendung von Kräutern

Die meisten der gebräuchlichen Heilpflanzen lassen sich gefahrlos nutzen. Einige können jedoch Nebenwirkungen zeigen, so dass sie, wie alle Arzneimittel, mit Vorsicht angewendet werden müssen.
Um nachteilige gesundheitliche Folgen zu vermeiden, sollte man bestimmte Pflanzen auf keinen Fall ohne Anleitung eines erfahrenen Pflanzenheilkundlers verwenden.

Man soll auch nicht vergessen, dass Kamille, Fenchel, Lindenblüte, Hagenbute u.ä. Arzneimittel sind und man soll sie nicht als tägliches Getränk missbrauchen. In vielen Restaurants in der Schweiz oder bei vielen Familien werden diese Tees neben Schwarztee und anderen Getränken geboten, was total falsch ist.

Last Updated on Sunday, 31 January 2010 13:32